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Zur Geschichte der Juden von Drove

Drove, ca 10 km südlich Düren am Fußhang der Nordeifel gelegen, ist heute Teil der Gemeinde Kreuzau. Der Ort gehörte im Mittelalter zum karolingischen Reichsgut, ehe er sich im 12./13. Jahrhundert nach dem Rückzug der Reichsgewalt aus den Niederen Landen zu einer unabhängigen Herrschaft, später Unterherrschaft im Herzogtum Jülich entwickelte. Diese (in der Praxis mehr oder weniger unabhängige) Herrschaft hatte bis zum Ende des Alten Reiches Bestand und besaß wegen ihrer Eigenständigkeit ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung von Juden nach deren Vertreibung aus größeren Herrschaften wie dem Kurfürstentum Köln.
Seit dem berühmten Essay von Heinrich Böll über „Die Juden von Drove“ ist die Existenz dieser bedeutenden jüdischen Gemeinde im Dürener Land weltweit bekannt. Anlässlich der siebzigjährigen Wiederkehr der Reichspogromnacht haben sich Mitglieder des Drover Geschichtsvereins die Aufgabe gestellt, weitere Quellen zur Geschichte der Juden von Drove zu eruieren und auszuwerten. Nach einem Nachdruck von Bölls Essay werden die gewonnenen Ergebnisse in dieser Broschüre ausgebreitet. Neben einer Einführung über die Landjuden im Rheinland enthält sie Aufsätze zur Geschichte der jüdischen
Familien in Drove, zum Judenfriedhof, auf dem auch die Juden von Kreuzau, Boich,
Nideggen und Leversbach beerdigt wurden, zum Neubau der Drover Synagoge 1867, zur Auswanderung von Drover Juden und neue Forschungsergebnisse über das Schicksal der Drover Juden nach ihrer Deportation in den Osten, von denen bekanntlich niemand zurückkehrte. Schließlich werden die verschiedenen Gedenkstätten an die Juden von Drove vorgestellt.

Wir danken dem Stadt- und Kreisarchiv in Düren und dem Gemeindearchiv in Kreuzau für die großzügige Ermöglichung und Förderung unserer Arbeiten. Ohne die finanzielle Unterstützung durch die Stiftung für Kultur und Natur der Sparkasse Düren, durch Traudchen und Franz Wahl sowie Heidi und Karl-Josef Nolden wäre die Veröffentlichung dieser Broschüre durch den Drover Geschichtsverein nicht möglich gewesen.

Wir stellen hiermit die Ergebnisse unserer Bemühungen und Untersuchungen in der Hoffnung vor, dass sie nicht das gleiche Schicksal erleiden wie die meisten Grabinschriften auf dem jüdischen Friedhof von Drove, die bereits für immer vergangen und verloren sind.

Reiner Nolden

 

Inhalt:

Vorwort
Stadt- und Landjuden im Rheinland und die jüdische Gemeinde von Drove
Heinrich Böll: Die Juden von Drove
Jüdische Familien in Drove vom 18. Jahrhundert bis zum Holocaust
Jüdische Wohnhäuser in Drove
Aus Drove ausgewanderte Juden
Auf den Spuren einer in Drove getauften Jüdin
Die Einweihung der neuen Synagoge in Drove 1867
Der Judenfriedhof von Drove
Das Schicksal der Juden von Drove im Dritten Reich
The Jews of Drove (Summary)

104 Seiten
zahlr. Abb., 17,5 x 24,5 cm, geb.
Hahne & Schloemer Verlag, Düren 2008
ISBN 978-3-927312-90-6
Preis: 14,95 €

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