Gemeinnützige Stiftungen wohlhabender Bürger haben, gerade im sozialen Bereich, eine lange Tradition. Auch im rheinischen Düren wurden im 19. Jahrhundert viele Institutionen durch großzügige Spenden oder testamentarische Verfügungen begründet.
Das Schenkel-Schoeller-Stift geht auf eine Initiative des Dürener Kaufmanns Rudolph Schenkel und seiner Witwe Lucia Katharina, geb. Schoeller, zurück. Mit ihrem Testament hatte sie 1852 nicht nur entsprechende Gebäude zur vorläufigen Nutzung, sondern auch Kapital in Form von ausgedehnten Ländereien zur Verfügung gestellt "zu einer Versorgungs-Anstalt für alte fleißige brave Familien der Gemeinde Düren, die sich nie dem Trunke oder dem Müßiggange ergeben haben".
Unter den ersten Kuratoren Friedrich und Leopold Schoeller, Brüdern der Verstorbenen, entwickelte sich das neuerbaute Haus in der Dürener Altstadt zu einer musterhaften Anstalt, wie auch staatliche Inspektoren nicht anders bescheinigen konnten. Fast 100 Jahre verblieb sie an diesem Standort, bis auch sie, wie die gesamte Stadt, am 16. November 1944 dem verheerenden Bombenangriff zum Opfer fiel.
Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg geschah auf einem durch Grundstückstausch mit der Stadt erworbenen Gelände am südlichen Stadtrand, im heutigen Stadtteil Niederau. Dort entwickelte sich in den vergangenen fünfzig Jahren ein modernes Seniorenzentrum mit heute 120 Pflegeplätzen und 100 Mietern in über fünfzig Wohnungen.