Wilhelm Heinrichs

Orden und ihre Niederlassungen in Düren

Das Zitat aus einem Beschwerdebrief des Magistrats der Stadt Düren vom 29. Dezember 1642 an den Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm in Düsseldorf „… dass die Stadt mit Geistlichen übermäßig angefüllt sei“, ist bezeichnend für die Verhältnisse im 17. Jahrhundert in unserer Stadt. Wenn in einem weiteren Schreiben vom 18. Juni 1681 an den Pfalzgrafen berichtet wurde, dass die Dürener Klöster im Laufe der Zeit so viele Immobilien erworben hätten, dass sie die Hälfte der Stadt besäßen, so ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass Düren in jenen Jahrhunderten eine Stadt der Klöster gewesen ist. Das Zitat „mit Geistlichen übermäßig angefüllt“ bezieht sich eindeutig auf die in der Stadt lebenden Ordensgeistlichen, Laienbrüder und Nonnen.
Die Stadt hatte in damaliger Zeit nur eine Pfarrkirche, an der ein Pfarrer und eventuell mehrere Kapläne tätig waren. Das war die Annakirche. Alle anderen Kirchen und Kapellen, die von Geistlichen versorgt wurden, waren Klosterkirchen der verschiedenen in Düren ansässigen Orden mit ihrer großen Zahl an Mitgliedern, die teils Geistliche oder Laienbrüder und Nonnen waren. Die Vielzahl an Niederlassungen zeigt deutlich, wie recht die Klage über die große Zahl ihrer Immobilien gewesen ist. Vor allen Dingen wird dies deutlich, wenn man die Größe der Stadt und ihre Einwohnerzahl betrachtet. Düren war, zieht man Vergleiche mit anderen Städten in jener Epoche, eine mittelgroße Stadt, in der es zu diesem Zeitpunkt etwa 8 Klöster gab. Und das war viel für eine Stadt dieser Größe. Sie war zudem im letzten Drittel des 30jährigen Krieges durch die Kriegswirren sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Der daraus resultierende Niedergang war bis ins 18. Jahrhundert in der Stadtentwicklung und im wirtschaftlichen Bereich spürbar. Leider sind keine Einwohnerzahlen aus diesem Jahrhundert erhalten geblieben. Lediglich die Zahl der Steuerpflichtigen vom Ende des Krieges 1648 ist bekannt. Es waren 653 Personen. Im Jahre 1677 gab es nur 650 Häuser, im Jahre 1696 gar nur noch 528 und selbst 1804 zählte man nur 545 Häuser. Aus dem Jahr 1713 ist die Zahl der ansässigen Familien bekannt, die mit 409 und mit ca. 1800 Mitgliedern angegeben wird.
Obwohl über die in Düren ansässigen Orden manches geschrieben und auch veröffentlicht worden ist, scheint es unter diesem Aspekt von Interesse zu sein, einmal die Gesamtheit ihrer Niederlassungen im alten Düren bis zur Zerstörung am 16. November 1944 zusammenzufassen, und über ihre Geschichte und Entstehung unter Benutzung des bisher vorliegenden Schrifttums zu berichten. Darüber hinaus auch aufzuzeigen, wie und wo die gesamte Ordensbewegung der katholischen Kirche entstanden ist, und sich in alle Länder der Erde ausgebreitet hat.
(aus der Einleitung des Autors)
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224 Seiten, zahlr. Abb., 17 x 24 cm, gebunden
Hahne & Schloemer Verlag, Düren 2003
ISBN 3-927-312-55-X

Preis 16,90