Willi Hallmann

Die Dürener Kreisbahn im Wandel der Zeit und 10 Jahre neue Rurtalbahn

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in der preußischen Rheinprovinz, so auch zwischen Köln-Düren-Aachen, die ersten wichtigen Eisenbahnverbindungen. Pferdebahnen, Ochsenkarren und Postkutschen wurden abgelöst durch schienengebundene Fahrzeuge mit Dampf- und Elektroantrieb.
Mit der beginnenden Industrialisierung war trotz der damit verbundenen Mechanisierung der Produktionsprozesse immer noch viel Handarbeit von Nöten. So mussten nicht nur die Rohmaterialien und Fertigprodukte zu und von den Produktherstellern und Fabriken transportiert werden, sondern auch die Arbeiter und Angestellten. Die vorhandenen Wegenetze waren für diese Aufgabe nicht mehr geeignet. Von 1892 bis 1908 wurden deshalb im Kreis Düren (mit der Stadt Düren an der Bahnstrecke Köln-Aachen gelegen) drei weitere Bahnnetze gebaut und betrieben:
1893 Die Dürener Dampfbahn AG (DDAG., später DEAG genannt)
1903 Die Rurtalbahn von Düren nach Heimbach
1908 Die Dürener Kreisbahn (elektrisch und dampfbetrieben)
Während dieser Zeit ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden ebenfalls die Streckenabschnitte Düren-Euskirchen, Düren-Neuß und Düren-Jülich fertiggestellt.
Damit wurde die „Mobilität“, d.h. die Beweglichkeit für Mensch und Gut, den Bedürfnissen der Zeit gerecht, selbstverständlich unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit. Freizeitreisen mit der Bahn in das Rurtal wurden für Erholungssuchende und Naturfreunde erstmals möglich.
Einen nicht unerheblichen Anteil an der Erschließung des „Luftreichs zu Verkehrszwecken“ hatten die Dürener Metallwerke mit der Erfindung des DURALUMINIUM zu Leichtbauzwecken, um 1909. Dieses wurde für den Bau von Luftschiffen (vgl. Kap. 7) und Flugzeugen verwendet.
Wenden wir uns der „grenzenlosen Mobilität“ auf Straße und Schiene zu, die spätestens seit Einsetzen der Massenmotorisierung in den sechziger Jahren möglich geworden ist.
1992 machte die Dürener Kreisbahn mit einem Experiment von sich reden, das bis dahin in Deutschland einmalig war. Die Dürener Kreisbahn nahm die Regionalisierung des Öffentlichen Schienenpersonennahverkehrs im Kreis Düren in die eigenen Hände und erhielt die Nord-Süd-Schienenverbindung zwischen Linnich, Jülich, Düren und Heimbach entlang der Rur.
Aber auf was hatte man sich hier eingelassen? Die nachstehenden Fragen mussten plausibel beantwortet werden.
Welche Vor- und Nachteile verbinden sich zwangsläufig mit den Begriffen Bequemlichkeit, Reisezeit, Wirtschaftlichkeit für jeden persönlich und für die Gemeinschaft? Mehr und mehr beeinflussen die beiden Faktoren Preis und Komfort die Wahl des Verkehrsmittels. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Verkehrsplaner? Reinhold Alfter, ehem. Geschäftsführer der Dürener Kreisbahn GmbH (DKB), gibt Antworten auf diese Fragen: Staus und knapper Parkraum beschränken die individuelle Mobilität und verlängern die Reisezeiten. Gleichzeitig steigen die Preise im Individualverkehr und die Folgeschäden für die Umwelt sind nur schwer zu quantifizieren. Die Alternative: die Nutzung von Bussen und Bahnen im öffentlichen Personennahverkehr.
Der seit 10 Jahren eingeleitete Wandel zu einem neuen Konzept wird durch die Dürener Kreisbahn GmbH erfolgreich belegt.


Wenn das vorliegende Buch in erster Linie als ERINNERUNG an das 10jährige Bestehen der Rurtalbahn im Mai 2003 gedacht ist, so muss doch zwangsläufig die Vorgeschichte der ehemaligen Verkehrslinien in und um Düren zum besseren Verständnis mit einbezogen werden.
(aus dem Vorwort des Autors)

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Geleitwort des ehemaligen Geschäftsführers der DKB
Geleitwort

Die Dürener Kreisbahn im Wandel der Zeit

1. Einleitung
Definition für den Begriff Verkehr
Die Stadt Düren als Verkehrsknotenpunkt

2. Bahnfusion aus der Sicht der Verantwortlichen
2.1 Die Dürener Kreisbahn im Zeitraum von 1969 bis 1977
2.2 Die Dürener Kreisbahn im Zeitraum 1978-1992
2.3 Von der Vertragsunterzeichnung bis zu den ersten Erfahrungen: 1992 – 1993
2.3.1 Würdigungen

3.  Zehn Jahre neue Rurtalbahn Mai 1993 – Mai 2003
3.1 Dürener Kreisbahn im Wettbewerb
3.1.1 Aus den Annalen der DKB beispielhaft für das Jahr 1998
3.2 Entwicklung im Güterverkehr
3.3 Unternehmensleitung und -ziele der DKB
3.3.1 Preise und Auszeichnungen
3.4 Das Leitbild der Dürener Kreisbahn
3.5 DKB-Center – die innovative Idee im ÖPNV
Die DKB in Zahlen
3.6 Wiederinbetriebnahme des Schienenpersonenverkehrs zwischen
Jülich und Linnich am 7. Juni 2002
3.7 Geschichtsstunde
3.8 Die Rurtalbahn wird privatisiert
3.9 Eine Zugfahrt mit dem Otmar-Alt-Sprinter

4. Historische Übersicht der Bahn- und Buslinien in und um Düren
4.1  Rheinische Eisenbahn (Staatsbahn)
4.2  Kleinbahnen des Dürener Raumes
4.2.1 Chronik der Dürener Dampfbahn AG
4.2.2  Chronik der Dürener Kreisbahn GmbH
4.2.3  Jülicher Kreisbahn

5. Fakten, Geschichten und Vergleiche
5.1  Relationen von Zeit und Geld
5.2  Fahrtlinien, Haltestellen und Fahrkartenautomaten der „Elektrischen“
5.3 Anekdote

6. Geschichten um die „Elektrische“ in Düren

7. Düren und die Zeit der Luftschiffaera
Kreisbahn versorgt Luftschiff

8. Chronik der neuen Rurtalbahn (1978 bis 2003)

Anhang
Zur Person des Autors
Dankeswort
Literatur
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128 Seiten
zahlr. Abb., 16,5 x 23,5 cm, kartoniert
Hahne & Schloemer Verlag, Düren 2003
ISBN 3-927-312-62-2

Preis: 9,80