Wolfgang Hindrichs

Nueva Germania
Eine Herausforderung in Paraguay

Sieben Monate war Pfarrer i.R. Wolfgang Hindrichs auf Einladung der Partnerkirche der evangelischen Gemeinde Düren in Paraguay in dem kleinen Urwalddorf NUEVA GERMANIA. Er hat dort drei kirchliche Sozialprojekte saniert und als Seelsorger gearbeitet. Über seine Erfahrungen und über sein so ganz anderes Leben in der ärmsten Gegend von Paraguay hat er ein Buch geschrieben.

Seit 1982 hat die Evangelische Gemeinde zu Düren Projektpartnerschaften in Peru und Paraguay.
Vielfach hat Wolfgang Hindrichs Delegationsgruppen begleitet, die von Düren aus nach Südamerika kamen, hat entwicklungspolitische Seminare vorbereitet und durchgeführt und die nötigen Finanzen besorgt.
Er glaubte, Lateinamerika zu kennen, auch das Land Paraguay. Die schwüle Hitze war ihm bekannt. Mehr als 40 Grad im Schatten sind manchmal unerträglich. Auch Tropengewitter mit sintflutartigem Regen hatte er erlebt, unzählige Arten von „bichos“ (Ungeziefer) kennen gelernt. Aber er war immer zu Besuch gewesen in Lateinamerika, in Paraguay, und es hatte immer etwas mit Abenteuer zu tun. Drei Tage an einem Ort zu verweilen, ist für eine Delegationsgruppe eine lange Zeit. Und als Besucher lernt man meistens doch nur die Schokoladenseiten kennen.

Auch Nueva Germania hatte er kennen gelernt. Oft hatte er dort unter einem Moskitonetz übernachtet, dem Gesang der „Weihnachtsgrillen“ gelauscht, um dann in der Morgenfrühe von Kühen, tropischen Vögeln und fremden Tierlauten geweckt zu werden.
Das Dorf wurde der Evangelischen Gemeinde in Düren als Partnergemeinde von der „Evangelischen Kirche am Rio de la Plata“ vorgeschlagen. Damals herrschte helles Entsetzen in Düren, denn Nueva Germania bedeutet nicht „Neu – Deutschland“, sondern „Neu – Germanien“.
War Paraguay nach dem Zweiten Weltkrieg nicht Zufluchtsort für ehemalige Nazis gewesen? Wohnten nicht dort die "ewig Gestrigen"?
Nueva Germania – vielleicht ja eine Kolonie von Exnazis – sollte eine Partnergemeinde von Düren werden?
War nicht in Paraguay soeben eine lange Diktatur zu Ende gegangen? Man hatte zwar den Diktator Alfredo Stroessner verjagt, aber gab es jetzt demokratische Strukturen, oder hatten weiter die steinreichen "Hazienderos" das Sagen, denen das ganze Land gehörte?

Die Kriminalität im Land ist hoch. Überfälle sind an der Tagesordnung. Das Risiko, überfallen zu werden, ist natürlich viel größer als in Deutschland. Und die Argentinier sagen, „benötigst du einen preiswerten Mörder, musst du nur nach Paraguay gehen“.
Das Alles waren keine guten Voraussetzungen, um in Paraguay zu arbeiten. Wolfgang Hindrichs hat es sich lange überlegt, aber dann hat er diese Aufgabe gerne übernommen.
Denn er kannte die Menschen in Nueva Germania, er wusste von ihrer Gastfreundschaft, von ihrer Offenheit und Neugier. Auf sie war er besonders gespannt, auf die paraguayischen Kleinbauern mit deutscher Vergangenheit.

Über sein Leben mit paraguayischen Kleinbauern deutscher Abstammung, deren tragische Geschichte, über die so ganz andere Kultur in einem subtropischen Land, über soziale Ungerechtigkeit und Armut, aber auch über paternalistische Entwicklungspolitik erzählt sein Buch.

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248 Seiten
zahlreiche Abb., 17,0 x 24,5 cm, geb.
Hahne & Schloemer Verlag, Düren 2006
ISBN 3-927312-74-6

Preis: 16,80