Rund um die Dürener Stadtmauer

Die Tabakindustrie in der Aachener Region

ZigarrenarbeiterinnenZahlreiche Quellen belegen, dass Christoph Kolumbus von seinen Entdeckerfahrten auch Ta­bakpflanzen aus Amerika mit nach Europa brachte. Von Spanien und Portugal aus verbreiteten sich Anbau und Konsum auf unserem Kontinent und auch in unserer Region. Es wurde gekaut, geschnupft und geraucht und Tabak galt einige Zeit sogar als Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten.

1587 meldete ein Franziskanermönch aus Aachen seinem Vorgesetzten nach Köln‚ es sei „viel spanisch Volk hier, alwo sie schlechte Sitten eynführen, wie da besonderlich sie eyn neue art von ausgelassenheyt demonstrieren, alß da ist daß Ausblasen von rauch [...]. Die Soldatt außm spanischen lant stolzyren allhiero umher und fressen feuer zamt deme rauch und daß domp vollk obwundert sich schier‘.“

Aus den von Anton Kampmann 1923 und Otto Terpoorten 1929 vorgelegten Dissertationen ergeben sich weitere kleine Geschichten und Hinweise über die Verbreitung der Tabakpflanze und des Rauchens in der Aachener Region. So zitiert Kampmann aus den „Mittheilungen des Vereins für Kunde der Aachener Vorzeit“, bereits 1588 habe ein Aachener Arzt die Tabakpflanze in seinem Garten gezogen. Es ist zu vermuten, dass er den Tabak als Heilpflanze angebaut hat. Auch Rauchverbote waren früh ein Thema. In den Statuten der St. Adalbert-Stiftskirche aus dem Jahr 1658 wurde den Stiftsherren bei einer Strafandrohung von einem Aachener Thaler untersagt, an öffentlichen Orten, Plätzen und Straßen zu rauchen.

Mit dem Tabak eröffneten sich für die öffentliche Hand neue Steuerquellen, die auch die Stadt Aachen nutzte. Deren Steuersätze stießen allerdings auf Kritik. Im April 1680 wehrten sich drei Tabakhändler per Petition dagegen, dass der von ihnen bezogene Rohtabak höher besteuert wurde als fertiger und getrockneter Tabak. Das wurde auch deswegen als ungerechtfertigt angesehen, weil es bei der Endverarbeitung des schweren feuchten Rohtabaks viel Schwund gab, was wohl auch daran lag, dass die Arbeitsmethoden dieser Aachener Kleinbetriebe nicht optimal waren. Die Aachener Ratsherren weigerten sich aber, diese Form der Besteuerung zu ändern, so dass diese kleinen Betriebe offenbar nicht lange überlebten.

Erste größere Tabakfabriken entstanden in Aachen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. […]

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